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Bei der Neugliederung der bisherigen Kreise Herford, Minden und Lübbecke im Jahre 1969 wurde eine neue Stadt Vlotho aus der Titularstadt Vlotho und den Gemeinden Valdorf und Exter des alten Amtes Vlotho gebildet. 1973 kam auf eigenen Wunsch die jenseits der Weser gelegene Gemeinde Uffeln, die bisher zum Amt Hausberge im Kreis Minden gehört hatte, dazu.

Die Bauern- und Fischersiedlung "Flothowe" (Flußaue), gelegen an einer Furt der Weser im Mündungsbereich des Forellenbaches, muß schon in der Frühgeschichte bestanden haben. 1185 wird in einer erhaltenen Urkunde des Bischofs Anno von Minden als Edelherr von Vlotho ein Godefridus de Vlotowe erwähnt.

Damit tritt das Weserstädchen aus dem Dunkel der Geschichte. Die topographische Lage zwischen Weser und Tal des Forellenbaches hat zu Füßen des Amtshausberges im Laufe der Jahrhunderte in einer reizvollen, abwechslungsreichen Landschaft eine Innenstadt entstehen lassen, die mit Recht als eine der "Perlen des Weserraumes" bezeichnet werden kann.

In der Tat, die Häuserzeilen der Langen Straße erstrecken sich wie Perlen an der Schnur vom Rathaus ca. 1,5 km in südöstlicher Richtung durch das Tal des Forellenbaches begleitet von den Hängen des Amtshausberges und des Winterberges. Als gegen Ende der 70iger Jahre die Innenstadt am Durchgangsverkehr zu ersticken drohte, entschloß man sich zum Bau einer Entlastungsstraße, die das Gesicht der Stadt grundlegend veränderte. Heute laden 2 verkehrsberuhigte Zonen zum Bummeln und Verweilen ein. Liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert prägen das Bild der Stadt: z.B. Zunftstube (1570), Haus Sitte (1652) und Haus Malz (1684).

Vlotho hat aber nicht nur Fachwerkhäuser oder Bauten aus diesem Jahrhundert, es weist auch schöne Gebäude aus der "Gründerzeit" auf. Geschmackvoll erneuert, sind sie weitere Farbtupfer im Stadtbild. "Sommerfelder Platz und Dr. Schultze Platz" weisen auf die Patenschaft der Stadt Vlotho zu den ehemaligen Bürgern der Stadt Sommerfeld/ Niederlausitz hin, die bereits seit 1955 besteht.

Der Ortsteil Valdorf (Bäderbereich) der Stadt Vlotho erhielt 1978 die staatliche Anerkennung als "Luftkurort mit Kurmittelgebiet". Eine der Voraussetzungen für die Verleihung dieses Prädikates war die Schaffung eines "Haus des Gastes". Diese zentrale Begegnungsstätte soll den Kurgästen ein breitgefächertes Angebot zu kreativer Freizeitbeschäftigung machen. Weiterhin kann sich der Gast ohne Beschränkungen und Verzehrzwang jederzeit dort aufhalten. Im Jahre 1982 hat der Kurzweckverband Vlotho einen ehemaligen Bauernhof (Fachwerkhaus im niedersächsischen Baustil mit Scheunen und Wagenremise) erworben und mit viel Liebe zum Detail zum heutigen Haus des Gastes umgebaut. Zusammen mit dem benachbarten Kurpark, dem ehemaligen Bauernwald in der Talaue der Linnenbeeke, ist eine Anlage geschaffen worden, die sich störungsfrei in das vorhandene Landschaftsschutzgebiet einfügt. Das Hofensemble steht unter Denkmalschutz und gibt Zeugnis von der Baukunst in diesem landwirtschaftlich geprägten Raum.