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an der Oberweser

Heinsen, das Dorf, hart an der Weser gelegen, wird schon 832 in einer Urkunde als Schenkung an das Kloster Corvey erwähnt. 200 Jahre später schenkte Kaiser Konrad II den Herrenhof Heinhusen der Kirche von Paderborn. Etwa um 1280 verpfändete die Kirche Paderborn Heinhusen an die Eversteiner und löste das Pfand nie wieder ein. Viele Einwohner des Dorfes lebten seit Jahrhunderten von der Weser, sei es als Fischer, Flößer, Schiffsburschen oder Schiffsknechte, Schiffsführer oder auch als Schiffseigner. Darum ziert ein Anker das Dorfwappen. 1938 barg man in Höhe der Domäne Forst einen fünf Meter langen Einbaum aus der Weser, ein frühes Zeugnis der Schifffahrt auf der Oberweser.

Der Ort Heinsen ist geprägt von einer über 1170jährigen Tradition als vorwiegend “Bauern-Schiffer-Fischerdorf”, dessen alte Kultur auch heute noch sichtbar ist in vielen schönen Bauernfachwerkhäusern (teilweise unter Denkmalschutz), dem “Lagerplatz” mit dem Schiffer-Fahnendenkmal und dem ehemaligen Anlegekai für Schleppzüge, Der schönen, dem Lagerplatz und der Weser zugewandten Häuserfront, sowie dem heute noch ausgeübten Fischereihandwerk mit Aalreusen in der herbstlichen Weser.

Das Heimat- und Schifffahrtmuseum bietet eine Dokumentation der Geschichte des Ortes, der Entwicklung der zunächst bäuerlichen - dann auch handwerklichen - Erwerbskultur, einer sehr frühen Kirchentradition und einer damit verbundenen Schule,sowie in einem Sonderteil eine Ausstellung zur Bedeutung der Schifffahrt für Heinsen. Die gut dokumentierte Dorfentwicklung dürfte typisch und repräsentativ für weitere Orte in dieser Region sein. Das Museum befindet sich in der Weserstraße 22. Öffnungszeiten: Mai-Oktober, sonntags ab 15.00 Uhr oder nach Vereinbarung, Tel. 05535/604 oder 343.

Ein historischer Wanderweg unter dem Motto: “Wandern und Kultur / Geschichte erfahren” führt etwa 12 Kilometer durch eine schöne, abwechslungsreiche Landschaft, vorbei an 14 Informationstafeln mit geschichtlichen Hinweisen, zum Beispiel zum grössten geschlossenen Hügelgräberfeld im Kreis Holzminden oder dem Industriedenkmal “Kalkofen“. Der Wanderweg beginnt am Schaukasten in der Weserstraße.

Der Kalkofen - Es ist der letzte erhaltene Kalkofen im weiteren Umkreis. Er wurde in der Zeit zwischen 1999 und 2002 von einer achäologischen Schülergruppe des Campe-Gymnasiums, Holzminden, unter Mithilfe des Heimat- und Kulturvereins, des Arbeitervereins, der Gemeinde Heinsen, der Kreisarchäologie sowie der Jugenwerkstatt Holzminden restauriert und ist heute als Industriedenkmal geschützt.

Die Liborius-Kirche steht in Verbindung mit einer sehr alten Pfarrtradition, die bis 1031/1036 zurückgeht.; Ort und Typ der ersten Kirche sind jedoch unbekannt. Liborius ist nach Kilian verehrter Hauptpatron der Paderborner Kirche. Heinsen zählt zu einer der ältesten Liborius-Kirchen im damaligen Bistum Paderborn. Das jetzige Kirchengebäude entstand um 1300. Ein neuer hölzener Turm wurde Ende des 16. Jahrhunderts erstellt; weitere Umbauten erfolgten bis zum 20. Jahrhundert.

Ein Dorfbackofen wurde der früheren dörflichen gemeinschaftlichen Backkultur entsprechend in der Weserstraße wieder aufgebaut. Die angeschlossenen Café-Terrassen (geöffnet während der Sommersaison) werden gerne aufgesucht.

Rad- und Fußgängerfähre - An der Fährstelle der ehemaligen Personenfähre, unterhalb des Dorfbackofens, gibt es seit 2005 eine motorbetriebene Fähre für Personen und Fahrräder, die als Leader+-Projekt finanziert wurde. Der Fährbetrieb wird von April bis Oktober vom Förderverein sichergestellt.

Kanutreppe - Seit September 2006 gibt es in Heinsen unterhalb des Dorfbackofens eine mit Leader+-Mitteln geförderte Kanutreppe, die die Wesertouristen zur Rast im Ort einlädt. Die Kanutreppe ist mit dem Schild "Gelbe Welle" besonders gekennzeichnet.

Die Website des Ortes: » www.heinsen-an-der-weser.de
Der Förderverein Personenfähre Heinsen » www.faehre-heinsen.de