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Die Weserfähre Großenwieden verbindet die Stadtteile Großenwieden und Rumbeck miteinander. Dabei handelt es sich um eine Gierseilfähre mit Schottelnavigator als Antriebshilfe. Es ist die nördlichste Hochseilfähre auf der Weser. Sie wurde 1960 von der Bayerischen Schiffbaugesellschaft mbH, Erlenbach a. M., gebaut und ist 24 m lang und 5 m breit. Sie kann 4 Personenkraftwagen mit Insassen oder 45 Personen befördern. Ihre Tragfähigkeit reicht von 8 t bei Hochwasser bis 11,40 t bei Niedrigwasser. Die Ladefläche ist 80 qm groß. Die heutige Fähre ist eine touristische Attraktion, besonders für Radfahrer, die den Radfernweg Weser befahren.

Im Steuerbuch der Gemeinde Großenwieden von 1782 wird vermerkt, daß die Gemeinde Großenwieden eine Linienfähre (Seilfähre) unterhält, um die Pferde täglich zu einer besonders guten Kuh- und Pferdewiese auf dem Rumbecker Ufer, die aber der Gemeinde Großenwieden gehört, zu bringen. Damals wie heute können Großenwiedener die Fähre kostenfrei nutzen. Der Fährmann lebte von dem Fährgeld, das die "Unterthanen der Rumbecker und Extervogtei" zahlten, die zum Amt Schaumburg oder zur Stadt Oldendorf wollten und die Fähre benutzten. Daneben war die Fährstelle mit mehreren Morgen Land ausgestattet, das der Fährmann bewirtschaftete. Auch Fischfang und Korbflechterei trugen zu seinem Lebensunterhalt bei. Die Nutzung der Fähre wurde an den Meistbietenden vergeben.

1897 übertrug die Gemeinde Großenwieden die Fähre mit Fährhaus und sämtlichen beweglichen und unbeweglichen Zubehör auf den Kreis Rinteln, der sich verpflichtete, weiterhin den Fährbetrieb aufrechtzuerhalten und den Fährmann zu bestellen. Gleichzeitig stieg der Kreis Rinteln in den Vertrag ein, den der Fährmann Wilhelm Steding im Jahr 1892 mit der Gemeinde Großenwieden geschlossen hatte. Damals betrug die Pacht für die Fähre DM 50,00 jährlich, die Überfahrt 3 Pfennige pro Person.

1922 wurde das knapp über der Wasserfläche gespannte Seil, das für jedes passierende Schiff versenkt werden mußte, durch ein Hochseil ersetzt. Der Fährmann wurde Angestellter des Kreises Rinteln. Als die Stadt Hess.isch Oldendorf, zu der inzwischen Großenwieden gehörte, im Jahr 1977 dem Landkreis Hameln-Pyrmont zugeordnet wurde, gingen die mit Fähre und Fährmann verbundenen Rechte und Verpflichtungen auf diesen Kreis über. 1979/80 mußte die Fährstelle 50 m stromaufwärts verlegt werden. Es wurde ein neues Fährhaus errichtet und der neue Prahm mit einem 35 KW-Hilfsmotor ausgerüstet, weil sich an der neuen Fährstelle strömungstechnische Probleme ergaben.

Der Hauptgrund für die Notwendigkeit der Fähre besteht auch heute noch: die Verbindung zu den Großenwiedener Feldern auf der Rumbecker Weserseite.